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Islam ArtikelDer Islam (arabisch: إسلام Hingabe (an Gott), Ergebung in Gottes Willen; الإسلام der Islam, Zeitalter des Islam, die Muslime) ist nachdem Christentum die zweitgrößte Religionsgemeinschaft der Welt. Weltweit gehören ihm ungefähr 1,2 Milliarden Menschen an, die sich als Muslime nennen. Die Nennung «Mohammedaner» wird von Muslimen abgelehnt, da sie den Eindruck erweckt, der Religionsstifter Mohammed stünde in dem Zentrum des islamischen Glaubens. Inhaltlich korrekt sind dagegen «Moslem» in der Standardsprache und «Muslim» als Fachbegriff. Manche Muslime stellen, gerade in jüngerer Zeit, auch einen volksetymologischen Bezug von Islam zu Salam (سلام «Friede»), das lexikalisch unter der selben Wurzel eingeordnet ist, her und leiten daraus eine kausative Bedeutung «Frieden schaffen, stiften» ab.
Der Islam ist eine monotheistische Religion, die auf den Koran gründet, den Muslime für Gottes Wort halten. Zweites konstituierendes Element ist die Sunna Mohammeds. Anhänger des Islam lehnen nicht ca. die Verehrung mehrerer Götter ab (Polytheismus), sondern sehen auch in der christlichen Anschauung, dass Christus der Sohn Gottes sei, einen Verstoß gegen die Lehre vom einen Gott, da Gott «nicht gezeugt hat und nicht gezeugt wurde» (Koran 112,3).
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Religionsstifter Mohammed (ar Ù…ØÙ…د: der vielgelobte), um 570 als Sohn eines Händlers in Mekka in dem heutigen Saudi-Arabien geboren. Nach der Überlieferung soll ihm 610 der Erzengel Gabriel erschienen sein, und ihm die ersten Verse (AyÄ?t) des Korans übermittelt haben, der ihm in dem Verlauf der folgenden 21 bis 22 Jahren Vers für Vers offenbart worden sein soll. Muslime sehen den Islam als Fortsetzung der göttlichen Offenbarungen des Judentums und des Christentums an.
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Die Grundsätze des Islam, die fünf Säulen, die zu erfüllen jeder Muslim verpflichtet ist, sind:
- Das Glaubensbekenntnis Schahada (شهادة): «Ich bekenne, dass es keinen Gott außer Gott gibt und Muhamad ist sein Prophet» (اشهد ان لا اله الا الله Ùˆ Ù…ØÙ…د رسول الله). Die Schiiten fügen in der Regel noch den Satz: «und Ali ist der Freund Gottes» (وعلى ولى الله) hinzu. Wer sich einmal zu dem Islam bekannt hat, ist nach islamischem Recht bis zu dem Tode Muslim, weshalb in islamischen Ländern auf die Durchsetzung dieses Rechtsgrundsatzes geachtet wird und "Abtrünnige" häufig verfolgt werden.
- Das Gebet Salat (الصلاة) ist eine Pflicht. Zu festgelegten Zeiten – zu denen der Muezzin ruft – werden Gebete gesprochen: In der Morgendämmerung, mittags, nachmittags, abends und bei Einbruch der Nacht. Zuvor erfolgt unter fließendem Wasser, zur Not mit Sand, die rituelle Reinigung. Das Zusammenlegen oder Nachholen von Gebeten ist unter bestimmten Bedingungen gestattet, z.B. auf Reisen. Am Freitag sollte das Mittagsgebet (Freitagsgebet) in der (Haupt)-Moschee stattfinden, dann wird auch gepredigt. Viele Muslime beten aber auch sonst wenn möglich in der Moschee.
- Die Almosensteuer Zakat (زكاة). Die Erträge werden für Bedürftige und Kranke benutzt oder zu dem Aufbau religiöser Schulen. Die Höhe ist nicht einheitlich und variiert zwischen 2,5-10%, wobei auch die Besteuerungsgrundlage (Einkommen oder Gesamtvermögen) nicht einheitlich geregelt ist. Die Zakat stellt eine der drei nach islamischem Recht erlaubten Steuerformen dar; die anderen beiden sind die Grundsteuer (Charadsch ) und die Kopfsteuer (Djizya ), die von Nichtmuslimen in islamischen Gesellschaften als Gegenleistung für ihre Duldung (siehe: Dhimmi) verlangt werden kann.
- Das Fasten Saum (صوم). In dem Ramadan wird von Beginn der Morgendämmerung, wenn man einen «weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden» kann (Koran 2:187), bis vollendetem Sonnenuntergang gefastet, nichts gegessen, nichts getrunken, nicht geraucht, kein ehelicher Verkehr und manche andere Enthaltsamkeit in dem Verhalten geübt. Der eigentliche Sinn des Fastens wird von den meisten Muslimen in der islamischem Welt dadurch unterlaufen, dass sie die Nacht zu dem Tage machen, was sowohl von Fundamentalisten wie auch aus Kreisen der Wirtschaft stets wieder kritisiert wird.
- Die Pilgerfahrt Hadsch (ØØ¬). Einmal in seinem Leben soll der Muslim die Pilgerfahrt nach Mekka antreten, die in dem letzten Mondmonat stattfindet, sobald er dazu in der Lage ist – denn dann wird es zur Pflicht. Zu den auszuführenden Riten gehört unter anderem das Umkreisen der Kaaba, das Verweilen auf dem Hügel Arafat, der Lauf zwischen den beiden Hügeln Safa und Marwa und die rituelle Steinigung des Satans.
Buch-Tipp: Der Krieg des Charlie Wilson Unglaublich - aber wahr Obwohl ich gerade erst die Hälfte des 600-Seiten-Buches hinter mir habe, ist jetzt schon klar: Hochinteressante und bislang unbekannte Fakten in Hülle und Fülle. Und dennoch wird dem Leser nicht langweilig, denn der Autor schreibt in einem Stil, dass meinen könnte, man würde einen Roman lesen. Und dabei wird klar, dass... |
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Nach muslimischen Verständnis sandte Allah den Koran durch den Erzengel Gabriel als «göttliches Zeichen» an Mohammed, zur Verkündigung an die Menschen. Die «göttlichen Zeichen» seien für jeden Menschen erkennbar, sofern er «vernünftig» überlege. Um den Koran zu verstehen, müsse der Mensch sich von seinen «schlechten Merkmalen» und seinen «falschen Ideen» befreien, damit sein Geist sich durchsetze. Dies erreiche man durch ständige Selbstüberwindung und den Kampf gegen die Ungerechtigkeit in der Welt. Die Menschen sollten «Stellvertreter Allahs auf Erden» sein, indem sie verantwortlich handelten und für Gerechtigkeit einträten.
Der Islam ist eine ausgeprägt monotheistische Religion. Die christliche Vorstellung der Dreifaltigkeit wird ausdrücklich als in dem Ansatz polytheistisch abgelehnt, ebenso jede Personifizierung oder gar bildliche Darstellung Gottes. Gott wird durch seine 99 wundervollen Namen beschrieben, die ca. ihm alleine zustehen. Die Menschen können über Gott ca. wissen, was er ihnen selbst in seiner Gnade offenbart hat, da es die menschliche Vorstellungskraft weit überschreitet, sich direkt ein Bild von Gott zu machen. Anders als Jesus in dem Christentum ist Muhammad ein normaler Mensch, der jedoch von Gott auserwählt wurde, um den Menschen die Wahrheit kundzutun. Schon vor ihm hatten Dutzende "Gesandte Gottes" der Menschheit die göttliche Botschaft überbracht, jedoch sei diese stets wieder verfälscht worden, so dass der Koran die einzige wirklich verlässliche Quelle sei.
Der Mensch ist in dem Islam nicht an die Vermittlung durch eine Institution wie die Kirche gebunden, sondern jedes Individuum kann durch sich durch seine guten Taten und seine "Gottesfurcht" direkt einen Platz in dem Himmel verdienen – allerdings ca. für sich selbst, nicht für andere. Somit wird die Eigenverantwortung jedes Einzelnen betont. In dem Volksislam wird dieses Prinzip durch die Heiligenverehrung etwas aufgeweicht.
Neben der Eigenverantwortung steht die Verantwortung für andere: Jeder Muslim ist verpflichtet, zu «gebieten, was recht ist» und zu «verbieten, was verwerflich ist» (amr bi-l-ma'rÅ«f wa nahy ani l-munkar امر بالمعروÙ? ونهي عن المنكر) (mehrfach in dem Koran, z.B. in Sure 7, Vers 157). Dieser Grundsatz hat, durch den resultierenden Gruppendruck gegen «verwerfliches» Verhalten, in der islamischen Geschichte zu dem einen die Gemeinschaft gestärkt, aber auch dafür gesorgt, dass der berühmte Vers «Es gibt keinen Zwang in der Religion» (lÄ? ikrÄ?ha fÄ« d-dÄ«n لا اكراه Ù?ÙŠ الدين Sure 2, Vers 256) in der Praxis nie wirklich relevant wurde.
Der arabische Begriff ad-Dîn ist weiter gefasst als das westliche Konzept einer Religion. Einerseits ist die Verdammung "sündhaften" Verhaltens weniger absolut als etwa in machen Kirchen - wer ehrliche Reue zeigt kann stets zu Gott zurückfinden. Andererseits strebt der Islam auch eine weitmögliche Erreichung des "Idealzustands" auf Erden an. Dabei sollte man vielleicht eher von einem Zustand sprechen der in Betrachtnahme der Mängel und Unvollständigkeiten der Menschheit möglichst nahe an den Idealzustand herankommt. Nach der Überlieferung war die frühislamische Gesellschaft ein solcher "Idealzustand". Der wesentliche Unterschied zwischen "Fundamentalisten" und "gemäßigten Muslimen" besteht darin, dass erstere den damaligen Zustand als für alle Zeiten vorbildhaft betrachten. Gemäßigte Muslime glauben zwar auch, dass es die unter den damaligen Umständen in einer Gesellschaft von Wüstennomaden bestmögliche Annäherung war, betonen aber, dass die zugrundeliegenden Absichte unter geänderten Bedingungen auch auf veränderte Weise angestrebt werden sollen.
Buch-Tipp: Die Kinder-Uni. Warum gibt es Arme und Reiche? CD. . Warum beten Muslime auf Teppichen? Die Kinder Uni Warum gibt es Arme und Reiche:
Es wird der Weg des Geldes erklärt.
Wann es entstanden ist und dessen Werdegang.
Warum Columbus Amerika entdeckte.
Wieso es wichtig ist das es das Geld überhaupt gibt und wieso man nicht ohne Geld als Zahlungmittel leben kann. Den man könnte das Geld ja einfach abschaffen.
Warum Kinder in Deutschland... |
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Der Islam ist in mehrere Richtungen gespalten. Die Sunniten bilden mit etwa 90 Prozent die zahlenmäßig größte Gruppierung. Sie unterteilen sich wiederum in die sunnitischen Rechtsschulen der Hanafiten, Malikiten, Hanbaliten und Schafiiten.
Die Schiiten sind die zweite große Richtung. Sie unterteilt sich in die so genannten Imamiten oder Zwölferschia. Sie sind vor allem in Iran, Irak, Bahrain und dem Libanon weit verbreitet. Die Anhänger der Siebenerschia (Ismailiten) leben vor allem in dem indischen Subkontinent (Bombay, Karachi und Nordpakistan), Afghanistan und Tadschikistan. Die Zaiditen oder Fünferschia finden sich heute ca. noch in dem Jemen. Daneben existieren einige andere kleine Gruppen, die zuweilen den Koran sehr unkonventionell auslegen oder gar Ali Ibn Abi Talib vergöttlichen.
Die Charidschiten sind heute die kleinste Richtung des Islams, bekannt unter dem Namen Ibaditen. Sie leben vor allem in Südalgerien, auf der tunesischen Insel Djerba und in Oman.
Der Wahhabismus ist eine äußerst strenge Auslegung der hanbalitischen Rechtsschule der Sunniten. Der Wahhabismus ist die Staatsreligion in Saudi Arabien, welches die Verbreitung dieser Strömung in anderen Ländern heute finanziell fördert.
Alle Religionen haben einen inneren (esoterischen) Aspekt und einen äußeren (exoterischen). Die mystische innere Dimension des Islam ist der Sufismus (auf Arabisch Tasawwuf تصوÙ?).
Siehe auch: Bektaschi, Halveti, Jerrahi, Derwischorden (Tariqa), Abdal, Naqschbandi.
Weitere Gruppen sind die Aleviten und die Ahmadiya. Aus dem schiitischen Islam haben sich auch die eigenständigen Religionen der Drusen, des Babismus und die Religion der Baha'i entwickelt.
Buch-Tipp: Die verlorenen Söhne Ein wichtiges Buch für den aktuellen Diskurs. Ich habe mir das Buch eines Morgens während der Lokführerstreiks am Frankfurter Hauptbahnhof gekauft. Es stach mir in das Auge und versprach mir, einerseits informativ und andererseits eine nicht zu anstrengende Lektüre für den morgendlichen Pendlerverkehr zu sein.
Frau Keleks Buch könnte sich als... |
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Die politische Geschichte des Islam und des Kalifats wird in eigenen Beschreibungen behandelt. Eine Herrscherliste bietet die Liste der Kalifen.
Buch-Tipp: Glücklich wohnen. Wohn-Wellness mit Feng Shui-Ideen Ein Buch das glücklich macht. . . . Hier geht es nicht so sehr um exakt Richtlinien, das muss da hin und das muss hier hin, sondern um das ganze Wohngefühl in dem Gesamten! Es springen einen vielleicht nicht gleich X Ideen an, aber man/frau ändert seine Grundhaltung und schon kann die eigene Inspiration richtig fliesen und dann kommt auch was raus,... |
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Heute ist der Islam in vielen Ländern des Nahen Ostens, Nordafrikas, Zentral- und Südostasiens verbreitet. Hauptverbreitungsgebiet ist dabei der Trockengürtel, der sich von der Sahara in dem Westen über den Nahen Osten und den Kaukasus bis nach Zentralasien in dem Osten zieht. Muslimisch geprägte Länder in Europa sind Bosnien, die Türkei und Albanien. Viele weitere Länder haben muslimische Minderheiten.
Der «Organisation der Islamischen Konferenz» gehören derzeit 57 Mitgliedsländer an:
Afghanistan,
Ägypten,
Albanien,
Algerien,
Aserbaidschan,
Bahrain,
Bangladesch,
Benin,
Brunei,
Burkina Faso,
Côte d'Ivoire,
Dschibuti,
Gabun,
Gambia,
Guinea,
Guinea-Bissau,
Guyana,
Indonesien,
Irak,
Iran,
Jemen,
Jordanien,
Kamerun,
Kasachstan,
Katar,
Kirgisistan,
Komoren,
Kuwait,
Libanon,
Libyen,
Malaysia,
Malediven,
Mali,
Mauretanien,
Marokko,
Mosambik,
Niger,
Nigeria,
Oman,
Pakistan,
Palästina,
Saudi Arabien,
Senegal,
Sierra Leone,
Somalia,
Sudan,
Suriname,
Syrien,
Tadschikistan,
Togo,
Tschad,
Tunesien,
Türkei,
Turkmenistan,
Uganda,
Usbekistan und
Vereinigte Arabische Emirate.
Seit der «Kairiner Deklaration der Menschenrechte im Islam (http://www.humanrights.harvard.edu/documents/regionaldocs/cairo_dec.htm)» 1990 ist die Scharia wieder Basis der Gesetzgebung in allen islamischen Ländern. Die praktische Umsetzung ist jedoch sehr unterschiedlich und reicht von «praktisch nicht erkennbar», wie in der Türkei, über die Umsetzung ca. in dem zivilrechtlichen Bereich (Tunesien) bis zur vollständigen Geltung (Sudan). Zuweilen gilt die Scharia ca. in islamisch dominierten Landesteilen (Nigeria). Besonders drakonische Strafen (Amputation, Steinigung), die häufig international kritisiert werden, finden in relativ wenigen islamischen Ländern Anwendung und werden auch innerhalb des Islams stark kritisiert, weil dabei meist die in der Scharia vorgeschriebenen strengen Schutzbedingungen für Angeklagte außer Acht gelassen werden, so zu dem Beispiel die Pflicht, mindestens vier erwachsene männliche Muslime als Zeugen vorzuführen, welche die Tat selbst mit eigenen Augen gesehen haben. Es gibt allerdings hier eine Grauzone, da bei sogenannten «Ehrdelikten» (beispielsweise Tötungen wegen Ehebruchs), selbst in der laizistischen Türkei die Gerichte ein oder zwei Augen zudrücken. Ein Bereich der Scharia, der wohl ca. noch in dem Sudan existiert, ist die Sklaverei.
Ab etwa 1500 begann der Westen, sich auf allen Bereichen stets rasanter zu entwickeln. Dieser Prozess wurde in der islamischen Welt erst spät durch die sich häufenden militärischen Niederlagen wahrgenommen. Die Folge waren in dem 19. Jahrhundert Versuche, das Militär nach westlichem Muster zu modernisieren, was erst einmal gründlich mislang. In Europa oder von Europäern ausgebildete Offiziere brachten aber westliches Gedankengut mit und sahen später häufig in dem Nationalismus, nicht ca. in der Technik, die eigentliche Ursache der europäischen Dominanz.
Eine Welle der intelektuellen Erregung brachte der Russisch-Japanische Krieg 1905. Ein asiatisches Land hatte es geschafft, eine scheinbar unbesiegbare europäische Macht zu bezwingen! Und dieses Land war nicht islamisch. Das war politischer Ansporn für diejenigen, die den Islam als bremsend ansahen und westliche Methoden einführen wollten; diejenigen, die in der Tradition Ibn Taimiyas (gestorben 1328) das Heil in der Rückkehr zu den verklärten Zuständen des «Urislam» sahen (z.B. Gruppen wie die 1928 gegründeten Muslimbrüder), warf es zurück. Die in dem 20. Jahrhundert in dem Nahen Osten gegründeten Staaten richteten sich folgerichtig nach europäischem Muster aus, wobei ca. autokratische Systeme (Monarchie, Faschismus, Sozialismus) zur Anwendung kamen. Großer Erfolg war und ist ihnen nicht beschieden: zusätzlich sind alle islamischen Staaten Entwicklungsländer. (Ausnahmen wie der Tigerstaat Malaysia bestätigen eher die Regel, denn der dortige Boom wird hauptsächlich von der chinesischen Minderheit generiert.)
Die Reaktion war eine verstärkte Zuwendung der Bevölkerung zu islamistischen Gruppierungen, zumal diese sich stark in dem sozialen Bereich und wirtschaftlich für den von westlich geprägten Eliten vernachlässigten Mittelstand (z.B. Basarhändler und Handwerker) einsetzten. Zudem vermittelten die Islamisten glaubhaft den Eindruck, nicht korrupt zu sein. Erster Höhepunkt dieser Gegenbewegung war die islamische Revolution 1979 in Iran.
Siehe auch: Liste islamischer Begriffe in Arabisch, Berühmte Muslime, Islamismus, Fiqh
Buch-Tipp: Handbuch Islam. Die Glaubens- und Rechtslehre der Muslime Klasse Buch! Das Buch beschreibt sehr ausführlich das Glaubenssystem des Islam, und deren Rechtslehre mit Einbeziehung der 4 Rechtsschulen. Ich kann es jedem empfehlen, der mehr über den Islam wissen will, hier sind Muslime und nicht nichtmuslime sehr gut bedient. |
Die Heiligen Städte des Islam | |
Im Islam gilt eine Vielzahl von Städten als heilig, wobei dreien eine besondere Bedeutung zukommt:
- Mekka - ist der Geburtsort Mohammeds mit der Kaaba als zentralem Heiligtum des Islam, dass die Gebetsrichtung (Qibla) bestimmt.
- Medina - nördlich von Mekka, ist der Ort, an dem der Islam erste politische Wirkungskraft entfaltete.
- Jerusalem - nach muslimischer Überlieferung die erste Qibla-Richtung und der Ort, den die Muslime als geographische Position der in dem Koran (Sure 17, «Die nächtliche Reise») erwähnten al-Aqsa-Moschee definiert haben.
Daneben gibt es eine große Zahl an Wallfahrtsorten unterschiedlicher Bedeutung. Meist handelt es sich dabei um Grabstätten, etwa von Gefährten Mohammeds, der Imame der Schia oder von Sufi-Scheichs.
Führend in der Zahl heiliger Orte ist vermutlich der nordafrikanische Volksislam mit unzähligen Grabstätten von Marabuts.
Abgesehen von den ersten drei heiligen Stätten, ist der Status solcher Orte - wie die Heiligenverehrung selbst - in dem Islam ein äußerst kontroverses Thema.
Jerusalem stellt in der Liste der heiligen Städte insofern einen Sonderfall dar, als sich der aus dem Koran hergeleitete Anspruch natürlich historisch nicht belegen lässt. Trotzdem ist er für Muslime einhellig eine Glaubenswahrheit, was ihn in der praktischen Auswirkung einer «historischen Wahrheit» gleichstellt.
Buch-Tipp: Heiliger Krieg in Europa. Wie die radikale Muslimbruderschaft unsere Gesellschaft bedroht Stimmt nachdenklich Wie die radikale Muslimbruderschaft Europa bedroht - der Untertitel sagt schon fast alles aus über dieses Buch und seins Ziel. Zweifellos ist der Autor ein fundierter Kenner der islamistischen Szene und hat gut recherchiert. Seine Diagnose, daß die schleichende Islamisierung der westlichen Gesellschaft schon weiter fortgeschritten... |
Der Islam und andere Religionen | |
Der Islam unterscheidet bei seiner Betrachtung Andersgläubiger strikt zwischen monotheistischen und polytheistischen Religionen.
Juden und Christen haben als «Schriftbesitzer» (اهل الكتاب ahl al-kitÄ?b) in islamischen Staatswesen eine den Muslimen untergeordnete Stellung, werden aber nicht als Heiden (siehe Schirk und Kufr) betrachtet, wenn sie den Regeln ihrer Religion gemäß leben.
Buch-Tipp: Kampf dem Terror - Kampf dem Islam? Chronik eines unbegrenzten Krieges. viel Hintergrund- und Detailwissen Wenn man sich erst einmal an den Schreibstil von Scholl-Latour gewöhnt hat, dann lässt einen der Autor an seinen Erfahrungen und seinem Detailwissen des Mittleren Ostens teilhaben. Er beleuchtet die verschiedenen Staaten und Problemkerne aus verschiedenen Perspektiven und kann die Gegenwart mit der Geschichte verknüpfen.... |
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Übersetzungen und Literatur zu dem Koran und den Hadithen finden sich in den entsprechenden Beschreibungen und werden darum hier nicht aufgeführt.
- Elger, Ralf (Hg.): Kleines Islam-Lexikon. Beck, München 2001 ISBN 3-406-47556-6
- Endreß, Gerhard: Der Islam. Eine Einführung in seine Geschichte. München 31997 (C.H. Beck Studium) ISBN 3-406-42884-3
- Haarmann, Ulrich (Hg.): Geschichte der arabischen Welt. Beck, München 42001 ISBN 3-406-47486-1
- Hartmann, Richard: Die Religion des Islam. Berlin 1944 (Nachdruck Wiss. Buchgesellschaft 1992)
- Kettermann, Günter: Atlas zur Geschichte des Islam. Darmstadt 2001 ISBN 3-534-14118-0
- Khoury, Adel Th.: Mit Muslimen in Frieden leben. Echter, ISBN 3429024552
- Khoury, Adel Th.: Der Islam und die westliche Welt. Primus Verlag, ISBN 3896784374
- Mez, Adam: Die Renaissance des Islams. Heidelberg 1922 (Nachdruck Olms 1968)
- Nagel, Tilman: Geschichte der islamischen Theologie. Beck, München 1994 ISBN 3-406-37981-8
- Nagel, Tilman: Die islamische Welt bis 1500. München 1998 (Oldenbourg-Grundriß der Geschichte 24) ISBN 3-486-53011-9
- Noth, Albrecht und Jürgen Paul (Hgg.): Der islamische Orient: Grundzüge seiner Geschichte. Würzburg 1998 (Ergon) ISBN 3-932004-56-6
- Schimmel, Annemarie: Die Religion des Islam. Eine Einführung. Reclam, Stuttgart 1990 ISBN 3-15-008639-6
- Tibi, Bassam: Der wahre Imam. Der Islam von Muhammad bis zur Gegenwart. Piper, München 1998 ISBN 3-492-22713-9
- Tibi, Bassam: Die fundamentalistische Herausforderung. Der Islam und die Weltpolitik. Beck, München 2003 ISBN 3-406-47641-4
- Watt, Montgomery W. unter anderem: Der Islam. 3 Bde. Kohlhammer, Stuttgart 1980-1990 (Band 2: ISBN 3-17-005707-3)
Buch-Tipp: Kein Gott außer Gott. Der Glaube der Muslime von Muhammad bis zur Gegenwart Reformation in dem Islam Reza Aslan hat mit "No Got But God" eine spirituelle Geschichte des Islam aus muslimischer Sicht vorgelegt. Die Offenbarung, die der Prophet Mohammed während seines Lebens erfuhr, sind für Aslan fraglos göttlichen Ursprungs und die gesamte islamische Religion betrachtet er als Inbegriff von Anstand und Moral. Bemerkenswert... |
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